Die beste Wanderung ist doch immer noch die mit einem motorbetriebenen Fahrzeug, hähä. Also heute erstmal einen Roller gemietet und ab zur Inselrundfahrt. Das ist doch gleich was anderes: man kommt zügig voran, es macht Laune und auf 'em Berg ist die Temperatur noch erträglich - wenigstens am Vormittag. Gegen später heizt sich der Vulkan auch in den Höhenlagen tierisch auf und selbst der Fahrtwind kühlt kaum mehr. Es ist fast wie am Schauinsland, Kurve an Kurve geht's bergauf durch angenehm grünen Wald, nur dass es einem vorkommt als würde einer mit einem überdimensionalen Heißluftfön vorneweg fahren.
Teilweise gigantische Landschaften tun sich auf, endlose Abgründe zum Meer hin soweit das Auge reicht (die berühmten "Barranquas") wechseln mit dichtem Lorbeerwald im Zentrum der Insel. Und tatsächlich: an der Nordküste dichte Wolken und kühlere Temperaturen. Wie auf allen kanarischen Inseln staut sich auch auf Gomera der Passatwind von Nordwest kommend an den Bergrücken und kondensiert oberhalb ca. 800 Metern zu dichten Wolkenbändern. Beeindruckend zu sehen, wie diese - fast wie Wasserfälle - förmlich über die Gipfel fließen.
Einer der geilsten Aussichtspunkte ist zweifellos das Restaurant "Mirador del Palmarejo", erbaut von dem berühmten kanarischen Architekten und Künstler Cesar Enrique. Ganz am Ende des Valle Gran Rey gelegen und förmlich in den Fels gehauen, bietet es durch riesige Panoramascheiben (die zu allem auch noch nach außen geneigt sind) einen wirklich atemberaubenden Blick über die gante Schlucht. Wer am Fester sitzt muss absolut schwindelfrei sein, sitzt er doch unmittelbar 500 m über dem Abgrund - ein ziemlich einmaliges Plätzchen, um sich genüsslich ein Bierchen oder eine Leckerei der illustren Speisekarte reinzuziehen.Das Problem mit dem einheimischen Bier ist, es geht auf merkwürdige Weise nicht den üblichen Gang durch den Körper, sondern scheint vom Magen direkt in das ventrale subkutane Lipidgewebe (vulgus "Fettwampe" oder "Schmerbauch") zu diffundieren. Jedenfalls sieht es in meinem Spiegel ganz so aus. Soll ich jetzt auch noch auf das abendliche Cerveza verzichten, wo ich mir sonst schon kaum was gönne? Kein Eis, keine Süßigkeiten, keine üppigen Mahlzeiten? Aber das ist fast unmöglich, ist so ein kühles "San Miguel" oder "Dorada" für den Klima- und Flüssigkeitshaushalt quasi unentbehrlich - und irgendwie muss man den Abend ja auch rumbringen ...
Nun, Morgen geht es auf die erste geführte Wanderung, da sollten wohl ein paar Kalorien auf der Strecke bleiben. "Vamos a ver!"
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1 Kommentar:
macht viel freude dein tagebuch zu lesen. man hört dich förmlich reden.
gruss sigi
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