
Urlaub im Steinbruch! Das ist in etwa der erste Eindruck, der sich einem im Süden der Insel auf Meereshöhe bietet. Ringsum nichts als kahle, nackte Felswände. Kein Baum, kein Strauch, kein Grün. Die Sonne sticht wie in der Wüste - kein Wunder, schließlich befindet man sich hier ja auch auf den Breitengraden der Sahara. Der Sandstrand, wenn es überhaupt einen gibt zwischen all den Lavafelsbrocken, ist pechschwarz. Na prima. Früher hat man Verbrecher zur Strafe an solch unwirtliche Orte verband, heute zahlen die Verrückten viel Geld um freiwillig herzukommen. Ich bin einer davon.
Also - es geht ums Überleben! Erste Maßnahme: Klimahaushalt regeln. In der prallen Sonne kommst du um. Aber auch der Schatten bietet wenig Abkühlung, wenn du nicht für ausreichend Belüftung sorgst. Und tatsächlich gibt es ab und an sowas wie ein leises Lüftchen an manchen Ecken, die gilt es zu finden und auszunutzen. Aha, der gute alte Düseneffekt tritt auch hier auf - alle Türen auf und auf Durchzug stellen, das klappt sogar. Vormittags ist es auf dem Balkon kühler, am Nachmittag auf der Rückseite des Gebäudes. Und auch im Zimmer lassen sich durch entsprechendes Belüftungs-Management erträgliche Temperaturen herstellen. Nur nicht raus ins Freie!
Aber wie soll man bei diesen lebensfeindlichen Bedingungen Wandertouren machen, die einen stundenlang in praller Sonne über 800 und mehr Höhenmeter an stelien Felshängen emporführen? Nun, Christine, die Reiseleiterin hat es erklärt. Bei Ihrem Einführungs-Meeting für neuangekommene Gäste im Hotel Gran Rey hat sie die richtigen Tipps und Warnungen gegeben: spätestens um 8h aufbrechen, um spätestens um 13 oder 14h zurück zu sein. Klingt überzeugend. Also heißt es , sich die vorfabrizierte Planung abzuschminken, morgens erstmal die tägliche Runde zu laufen, dann gemütlich zu frühstücken und anschließend langsam in die Gänge zu kommen. Und erst mal klein anfangen, zum "Akklimatisieren". Auch gut, also dann geht's morgen nicht auf große Bergtour, sondern erstmal mit einem Spaziergang los, zum "Salto de Agua", dem Wasserfall oberhalb von Valle Gran Rey in der Schlucht "Barranquo de Arure".Mehr Fotos hier >>
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