Müßiggang ist aller Laster Anfang! Heute keine Pläne, keine Termine, keine Unternehmungen - und schon total "abgeluhst": Zum ersten Mal seit Beginn meines Lauftraings vor gut fünf Wochen habe ich meinen morgendlichen 8-Kilometerlauf ausfallen lassen. Ohne Grund und Anlass, einfach der Faulheit nachgegeben. So fängt's an und - wo wird das enden? Schließlich wartet am 31. August das 10-Kilometer- Human-Race in München auch mich. Und ich bin noch längst nicht fit genug, dort mit einer halbwegs unblamablen Zeit abzuschneiden. Die Zeit hier auf der Insel ist dringend nötig, um laut Trainingsplan die nötigen Strecken- und Tempoläufe zu absolvieren, um bis dahin diese - für mich erstmalig bevorstehende - Strecke als Wettbewerb zu bewältigen. Oh wei!
Statt dessen habe ich mir ein paar Ausgaben des "Valle-Boten" besorgt und den Tag mit einigen kleineren Besorgungen und ansonsten lesend am Pool zugebracht. "Du bst ja schließlich im Urlaub" versuchte mich der innere Schweinehund zu beruhigen. Von wegen Erholung - wo kommen wir denn da hin? Deshalb beim "Bikers Inn" für Samstag gleich die Mountain-Bike-Tour "Casa Forestal" gebucht! Strafe muss sein, und wenn schon schwitzen, dann richtig! und für morgen früh den Wecker auf 7h gestellt und dann wieder die große Runde zum "Playa del Inglès" und zurück zum "Playa de Vueltas" gelaufen, sonst kann ich's gleich bleiben lassen.
Trotzdem gut amüsiert heute mit dem Valle-Boten, dem "ultimativen Insel-Magazin" in deutscher Sprache, "unabhängig - überparteilich - abgedreht", das seit bald 20 Jahren "je nach bock- und Wetterlage" etwa alle drei Monate über skuriles, wichtiges und unwichtiges rund um die kolonie deutscher Aussteiger im Valle Gran Rey berichtet. Herzerfrischend pointiert und durchaus selbstkritisch werden die Althippies und die Neusiedler aus "der Kalten Heimat" aufs Korn genommen. Hier zeigt sich dem geneigten Leser das wahre Gesicht hinter der Fassade der Glücklichen Insel, mit all den Träumen und Illusionen, die im Laufe der Jahre von der Realität zurecht gestutzt werden, aber noch immer die Seele dieses Ortes ausmachen, deren zugezogene Bewohner im tiefsten Inneren von dem Glauben an ein anders Leben genährt werden als dem, Teil des "Rattenrennens" zu sein, in dem "the rest of us" gefangen sind.
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1 Kommentar:
Na jetzt aber los, Brüetsch !
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