Sonntag, 10. August 2008

9.8. Biketour: Downhill im Weinberg

Stand Sommer 2008 gibt es zwei Anbieter von Mountainbike-Touren in Valle Gran Rey (zumindest soviel ich weiß): die "Bike Station Gomera" an der Avenida Maritima im Ortsteil "La Puntilla" und Axels "Bikers Inn" in der Calle San Miguel im Hafenviertel "La Vueltas".

Ich habe mich für die Einsteiger-Tour "Casa Forestal" bei Axel entschieden - und nicht bereut! In einer Minigruppe (Dorothea aus Hamm, das Frankfurter Urgestein Axel und meine Wenigkeit) geht es rund um die "Laguna Grande" (einen ehemaligen Kratersee) und den Gipfel "Guarajanay" durch den Nationalpark, über Chipude und das Töpferdorf El Cercado, dann durch die Reben nach Arure. Vor dort folgt die Talabfahrt ins 850 Meter tiefer gelegene Valle Gran Rey.

Hinauf in die Berge bringt uns am Vormittag das Taxi - ist ja eine Einsteigertour. Aber auch für hartgesottene Profi-Biker ist der Anstieg auf der steilen kurvigen Bergstraße eine echte Quälerei, deshalb sieht man nur ganz wenige, die sich das in praller Sonne antun. Also ohne schlechtes Gewissen die erste Etappe gemütlich auf vier motorisierten Rädern zurückgelegt. Am Einstiegspunkt in den Park angekommen, werden wir sogleich von einer Armada Reisebussen umzingelt, die die Tagestouristen aus Teneriffa für einen kurzen Spaziergang durch den Nationalpark ausspucken. Nichts wie weg hier!

Die nächsten Stunden geht es über abwechslungsreiche Pisten und Sraßen, Waldwege und Single-Trails mit moderaten, nur wenigen kurzen steilen Anstiegen und immer wieder erfrischenden Abfahrten durch den Wald und über die Höhen. Einige Wege sind recht steinig und holprig, dem Material wird nichts geschenkt. (Die paar Euro Aufpreis für ein "fully Supension" wären hier kein Luxus gewesen.)

Kaum zu glauben in dieser trockenen Einöde: Plötzlich fahren wir durch grüne Hügel voller Reben. Hier wächst seit einigen Jahren wieder Wein, nach dem der Anbau lange Zeit vernachlässigt wurde. Sonne ist ja genug vorhanden, um hier einen guten Tropfen hervor zu bringen - allein, es fehlt wohl noch etwas am Knowhow zum Ausbau des Weins, das über die Jahre in Vergessenheit geraten ist. Ein Knowhow-Transfer durch einen externen Kellermeister wäre angebracht, meint Axel. Also Ihr Markgräfler Winzer, wäre das nicht eine Herausforderung?

In El Cercado endlich der wohlverdiente, obligatorische Einkehrschwung in die "Bar Maria", die urige ursprüngliche Dorfkneipe, kühl und ruhig und allein durch ihre zahlreichen skurrilen Sammelobjekten an allen Wänden einen Besuch wert. Man spürt schon beim Betreten: Hier gehen die Uhren um einiges langsamer als im Tal. Ein Muss für alle die hier vorbeikommen.

Axel entpuppt sich während der Rast bei einem alkoholfreien "Dorada Sin" als echtes Unikum mit Humor und Sachverstand, der so manche interessante Story über die Insel und seine Bewohner - Einheimische wie Zugereiste - zu erzählen weiß. So könnte man noch ein Weilchen sitzenbleiben und plaudern, aber auf uns wartet noch das letzte Stück Höhenweg nach Arure und die anschließende Talabfahrt, wo wir es so richtig krachen lassen. Die "Schinderei" soll sich ja gelohnt haben.

Zum Abschluss noch ein Bierchen in der legendären "Casa Maria" in La Playa. Insgesamt gut 500 Höhenmeter bergauf und noch Mal 1.250 bergab - ein weiterer gelungener Tag auf Gomera: richtig was geschafft, viel gesehen, Spaß gehabt und ordentlich rumgekommen. Salud!

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1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hola Günter,

das Frankfurter Urgestein bedankt sich ganz herzlich für die Teilnahme! Hat richtig Spaß gemacht, nette Leute, schöne Tour - einfach ein toller Tag auf deeeeer Insel!
Liebe Grüße und alles Gute!